Daniel in der Löwengrube – und das Cevi Herisau in Babylon

Elf Tage lang lag Babylonien für uns im Hoch Ybrig auf 1448m und wir verfolgten die Geschichte von Daniel und seinen Freunden, die Feuerofen sowie Löwengrube überstanden. Dabei halfen kleine Theatereinlagen sowie das SoLa Radio 2012, das uns auch sonst immer auf dem neuesten hielt. Entlang diesem roten Faden gemäss den Kapiteln Daniel 1-11 aus dem Alten Testament wurden Wanderungen, Bastelarbeiten, Andachtszeiten sowie auch Geländespiele durchgeführt, zwei davon bis in die Nacht hinein. An einigen andern Abenden, wenn sich die Kinder nicht gerade bis abends spät durch die Gegend hetzten, genossen wir eine besinnliche Atmosphäre am Lagerfeuer, manchmal mit kulinarischen Leckerbissen über dem Feuer zubereitet. Überhaupt wurde sehr gut gekocht, was einen Einfluss gehabt haben könnte auf die ausserordentlich geringe Anzahl an Heimwehfällen. Auch das Verschleppen durch König Nebukatnezar’s Soldaten direkt ab Bahnhof Herisau schien den Teilnehmenden nichts auszumachen, geschweige denn der herausfordernde Weg. Im Gegenteil. Motiviert gingen sie auf die erste Probe, den Haik, bei dem sich die Kinder ihre Verpflegung für die Wanderung zum Lagerhaus selbst verdienen mussten, indem sie mit Zuckersäcken losgingen und ihr Tauschgeschick bewiesen. Somit ausgerüstet bis zum nächsten Tag ging’s zu Fuss in Richtung Lagerhaus mit Übernachtung unterwegs (Biwak). So hatten sich alle das Lagerhaus verdient. Doch bald mussten die rund 30 Teilnehmenden merken, dass in Babylon einiges anders läuft als zu Hause, denn am ersten Tag im Lagerhaus mussten wir auf Fleisch verzichten. Dafür gab’s aber im Gegenzug eine Sportolympiade, bei der man sich vergleichen konnte. Kaum ein Tag vergangen, fand am Dienstagabend bereits wieder das traditionelle „Nämele“ statt, bei dem Kinder, die schon eine gewisse Zeit lang dabei sind, nach einigen Herausforderungen und Rätsel einen Cevi-Namen erhalten.

Zur Lager-Halbzeit gab es einen Gruppentag, wo sich das Lager aufteilte in die einzelnen Jungschargruppen, um für einen Tag unter sich zu sein und ein verlängertes Jungschi-Programm zu geniessen. Und dies gelang so unterschiedlich wie nur möglich: Während die einen ein Kloster besichtigen gingen, bastelten sich die anderen ihre eigenen Unihockey-Stöcke und die dritte Gruppe übte sich im Abseilen. So verging die Zeit bis zum letzten Höhepunkt, dem Schlussabend, wo sich die Girls schminken und frisieren konnten während sich die Jungs mit dem Kravattenknopf vertraut machten und sich ebenfalls chic machten. Danach gab‘s einen Casino-Abend, gefolgt von Kino mit Popcorn. So blicken wir zurück auf eine intensive Zeit zusammen, in der wir viel gesehen, gehört und erlebt haben und wieder ein Stück näher zusammengerückt sind.